Einmalige Vorstellung am Montag, 17. Juni um 18:00 Uhr:

3 Gesichter

von Jafar Panahi, Iran 2018, 100 Minuten, FSK 12, OmU

mit Behnaz Jafari, Jafar Panahi, Marziyeh Rezaei, u.a.

Inhalt

Die bekannte iranische Schauspielerin Behnaz Jafari erhält eine Videobotschaft eines weiblichen Fans. Gemeinsam mit ihrem Freund, dem Regisseur Jafar Panahi, macht sie sich auf die Suche nach dem Mädchen. Die Reise in den Norden des Landes bringt überraschende Begegnungen: Dorfbewohner, die einspurige Bergstraßen mit cleveren Hupecodes passierbar machen; alte Frauen, die in ausgehobenen Gräbern Probe liegen, und potente Zuchtbullen, die den Weg versperren. Im Bergdorf des Mädchens angekommen, versuchen die beiden das Geheimnis um das Video endlich zu lösen.

 

Pressenotiz

Nach dem Berlinale-Gewinner TAXI TEHERAN, der die Herzen der Zuschauer im Sturm eroberte, nimmt uns Jafar Panahi in seinem liebevollen Roadmovie DREI GESICHTER erneut mit auf eine pointenreiche Fahrt durch seine Heimat. Mit Humor und Herzlichkeit gelingt dem iranischen Regisseur ein hoffnungsvolles Plädoyer für Freiheit und Menschlichkeit, das aktueller und globaler nicht sein könnte. Ein intelligentes Kinovergnügen, das in Cannes die Palme für das Beste Drehbuch gewann.

Die Kulturinitiative „Ostwestpassagen“

Die „Ostwestpassagen“ ist eine Kulturinitiative, die den Austausch und das gegenseitige Verständnis zwischen „Orient“ und „Okzident“ befördern möchte. Wir bemerken auch in der kritischen Öffentlichkeit eine zunehmend undifferenzierte Sicht auf den „Orient“. Auf der Oberfläche ist zu beobachten, dass bei der Berichterstattung der Massenmedien eine Konzentration auf Greul aus dem Vorderen Orient besteht.

Tieferliegend wird der Blick verstellt durch eine ideologische Orientierung im Westen, die davon ausgeht, dass der europäische Weg zur Moderne als der „normale“ und einzige angesehen wird. „Doch es gibt – und gab auch immer – andere Konzeptionen von Staat, Nation, Wirtschaft und gutem Leben. Alle haben ihre spezifischen Schwierigkeiten und Herausforderungen. Richtig verstehen wird man sie allerdings nur können, wenn man sich mit der Erfahrung nichtwestlicher Gesellschaften, mit ihren politischen und intellektuellen Traditionen offen und dauerhaft auseinandersetzt.“

(Pankaj Mishra, indischer Essayist, in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 14.9.2014)

 

Die „Ostwestpassagen“ wird mit bescheidenen Mitteln einen subjektiv gefärbten Blick auf den Austausch und die Verbindungen von Ost und West werfen. Es geht ihr um eine differenziertere Wahrnehmung jenseits von Idealisierung und Entwertung. Dabei geht es um Verstehen, gegenseitige Wertschätzung und um intellektuelle Vielfalt. Wir konzentrieren uns auf Informationen und Hinweise, die wir selbst sammeln. Sie geben unseren persönlichen Blick wieder. Wir konzentrieren uns auf den Bereich Kultur sowie auf Bemühungen um ein gutes Leben, das durch Frieden, Freiheit und Toleranz gewährleistet wird.