Einmalige Vorstellung am Dienstag, 17. September um 18:15 Uhr:

FORGET BAGHDAD

von Samir, Schweiz / Deutschland 2002, 112 Minuten

Jüdische Araber? Arabische Juden? Sephardim? Mizrahim? Samir erzählt von einer vergessenen Geschichte aus dem Nahen Osten: der Emigration irakischer Juden nach Israel. Erst seit wenigen Jahren findet in Israel eine Debatte statt: Orientalische Juden kritisieren ihre Instrumentalisierung durch die europäisch geprägte Gründergeneration Israels.
Samir, selbst Kind irakischer Einwanderer in die Schweiz, befragt fünf prominente arabische Juden irakischer Herkunft: Ella Shohat, Filmhistorikerin, Shimon Ballas, Professor für arabische Literatur und Bürgerrechtler, Sami Michael, Bestseller-Autor, Moshe Houri, Bauunternehmer, und Samir Naqash, preisgekrönter Autor unveröffentlichter arabischer Romane.
Vier einstige irakische Kommunisten erinnern sich an das Leben in Baghdad, die revolutionäre Politik der 40er und 50er Jahre, und den demütigenden Empfang in Israel. Ella Shohat erzählt von ihrer Kindheit als »stinkende Iraki« in Israel und analysiert die Klischees von Orientalen und arabischen Juden in alten Filmen. Ein historischer Essay, eine brisante Debatte und ein Grund zur Hoffnung.

Die Kulturinitiative „Ostwestpassagen“

Die „Ostwestpassagen“ ist eine Kulturinitiative, die den Austausch und das gegenseitige Verständnis zwischen „Orient“ und „Okzident“ befördern möchte. Wir bemerken auch in der kritischen Öffentlichkeit eine zunehmend undifferenzierte Sicht auf den „Orient“. Auf der Oberfläche ist zu beobachten, dass bei der Berichterstattung der Massenmedien eine Konzentration auf Greul aus dem Vorderen Orient besteht.

Tieferliegend wird der Blick verstellt durch eine ideologische Orientierung im Westen, die davon ausgeht, dass der europäische Weg zur Moderne als der „normale“ und einzige angesehen wird. „Doch es gibt – und gab auch immer – andere Konzeptionen von Staat, Nation, Wirtschaft und gutem Leben. Alle haben ihre spezifischen Schwierigkeiten und Herausforderungen. Richtig verstehen wird man sie allerdings nur können, wenn man sich mit der Erfahrung nichtwestlicher Gesellschaften, mit ihren politischen und intellektuellen Traditionen offen und dauerhaft auseinandersetzt.“

(Pankaj Mishra, indischer Essayist, in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 14.9.2014)

 

Die „Ostwestpassagen“ wird mit bescheidenen Mitteln einen subjektiv gefärbten Blick auf den Austausch und die Verbindungen von Ost und West werfen. Es geht ihr um eine differenziertere Wahrnehmung jenseits von Idealisierung und Entwertung. Dabei geht es um Verstehen, gegenseitige Wertschätzung und um intellektuelle Vielfalt. Wir konzentrieren uns auf Informationen und Hinweise, die wir selbst sammeln. Sie geben unseren persönlichen Blick wieder. Wir konzentrieren uns auf den Bereich Kultur sowie auf Bemühungen um ein gutes Leben, das durch Frieden, Freiheit und Toleranz gewährleistet wird.