Tel Aviv on Fire

von Sameh Zoabi, Luxemburg/Frankreich/Israel/Belgien 2018, 97 Minuten, Tragikomödie

mit Kais Nashif, Lubna Azabal, Maisa Abd Elhadi ...

In Tel Aviv geht es heiß her. Zumindest laut der schnulzigen Soap Opera "Tel Aviv on Fire", die jeden Abend über die TV-Bildschirme flimmert und Israelis wie Palästinenser vor der Glotze vereint. Der junge Palästinenser Salam ist Drehbuchautor des Straßenfegers und muss für die Dreharbeiten jeden Tag die Grenze zwischen Israel und dem Westjordanland überqueren. Bei einer Checkpoint-Kontrolle gerät das Skript der nächsten Folge in die Hände des israelischen Kommandeurs Assi. Das kommt dem gelangweilten Grenzwächter gerade recht. Um seine Frau zu beeindrucken, zwingt er Salam das Drehbuch umzuschreiben. Ein Bombenerfolg! Von nun an denken sich Salam und Assi immer neue schnulzige Dialoge und absurde Plotentwicklungen aus. Der Einfluss des israelischen Militärs auf die populäre, eigentlich antizionistische Seifenoper wird immer größer. Aber dann soll die Serie abgesetzt werden, und Salam steht plötzlich vor einem Riesenproblem.

 

Einmalige Vorstellung am Montag, 20. Januar um 18:30 Uhr

Die Kulturinitiative „Ostwestpassagen“

Die „Ostwestpassagen“ ist eine Kulturinitiative, die den Austausch und das gegenseitige Verständnis zwischen „Orient“ und „Okzident“ befördern möchte. Wir bemerken auch in der kritischen Öffentlichkeit eine zunehmend undifferenzierte Sicht auf den „Orient“. Auf der Oberfläche ist zu beobachten, dass bei der Berichterstattung der Massenmedien eine Konzentration auf Greul aus dem Vorderen Orient besteht.

Tieferliegend wird der Blick verstellt durch eine ideologische Orientierung im Westen, die davon ausgeht, dass der europäische Weg zur Moderne als der „normale“ und einzige angesehen wird. „Doch es gibt – und gab auch immer – andere Konzeptionen von Staat, Nation, Wirtschaft und gutem Leben. Alle haben ihre spezifischen Schwierigkeiten und Herausforderungen. Richtig verstehen wird man sie allerdings nur können, wenn man sich mit der Erfahrung nichtwestlicher Gesellschaften, mit ihren politischen und intellektuellen Traditionen offen und dauerhaft auseinandersetzt.“

(Pankaj Mishra, indischer Essayist, in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 14.9.2014)

 

Die „Ostwestpassagen“ wird mit bescheidenen Mitteln einen subjektiv gefärbten Blick auf den Austausch und die Verbindungen von Ost und West werfen. Es geht ihr um eine differenziertere Wahrnehmung jenseits von Idealisierung und Entwertung. Dabei geht es um Verstehen, gegenseitige Wertschätzung und um intellektuelle Vielfalt. Wir konzentrieren uns auf Informationen und Hinweise, die wir selbst sammeln. Sie geben unseren persönlichen Blick wieder. Wir konzentrieren uns auf den Bereich Kultur sowie auf Bemühungen um ein gutes Leben, das durch Frieden, Freiheit und Toleranz gewährleistet wird.